Massenvergiftung durch unsere Kleidung

Verfasst am 10.03.2011 von: Petra Hanse am März 10, 2011  eingestellt

Der Kreislauf der Vergiftungen schließt sich u.a. durch den Hamburger Hafen. Hier kommt sie an, die vergiftete Fracht und von dort in die Textilläden. Textilien aus Billiglohnländern finden sich nicht nur in Geschäften, welche billige Textilien anbieten. H&M machte unter anderem Schlagzeilen. Und nur weil es einmal durch die Presse ging, heißt dies noch lange nicht, dass das Problem nun beseitigt wäre, denn die Produktion mit giftigen Chemikalien geht munter weiter. Auf Kosten der Gesundheit und das weltweit.

Die Dekorateurin Frau Julia N. arbeitete einige Jahre bei H&M als Dekorateurin. Im Laufe der Zeit bemerkte Julia N. eine dauerwährende Mattigkeit, außerdem tat ihr alles weh, eine Nierenentzündung wurde diagnostiziert, und der Weg der Untersuchungen begann. Frau N. wurde jeden Tag mit „frischer“ Importware konfrontiert, sie packte die Ware aus, preiste diese auch aus, jeden Tag. Jeden Tag kam sie mit hochgiftigen Chemikalien in Berührung, die sie in die Berufsunfähigkeit brachten. Der Lymphozytentransformationstest (http://de.wikipedia.org/wiki/Lymphozytentransformationstest) brachte Gewissheit.

Lebende Zellen, welche mit Chemikalien in Kontakt kommen, werden so geschädigt, dass eine Beeinträchtigung der körperlichen Verfassung eintritt, meist durch Allergien ausgelöst, aber auch durch Vergiftungen. Vergiftungssymptome sind schwer einzuordnen, denn die Symptome haben viele Menschen, und es steckt nicht immer eine Vergiftung dahinter. Ein erhöhter Blutwert zeigt zwar eine Unregelmäßigkeit an, zeigt jedoch noch lange nicht den Stoff an, der für die Unregelmäßigkeit „verantwortlich“ ist. In weiteren Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Atemwege von Frau N. ebenfalls angegriffen sind. Die Chemikalien in den Textilien sind krebserregend, eine Krebserkrankung braucht jedoch ihre Zeit, bis sie zum Ausbruch kommt, oftmals wissen die Menschen gar nicht mehr oder wissen es generell nicht, warum bei ihnen eine solche Krankheit ausbricht, wer denkt hier an eine Vergiftung durch Textilien?

Eine bestimmte Jeanssorte fiel bei H&M durch ihren auffälligen Geruch auf, die Kollektion wurde von H&M vom Markt genommen, aber dies ist nur die Spitze des Eisbergs. H&M weist alle Schuld von sich und spricht davon, dass es nicht nachweisbar wäre, dass die Erkrankung von Frau N. unmittelbar mit den Textilien ihres Hauses zusammenhänge. Damit ist H&M „fein“ raus, denn es ist in der Tat  schwierig eine Erkrankung auf Grund von Textilien heraus zu filtern, denn zum einen schwirren auf unserem Planeten unzählige Gifte herum, zum anderen befindet sich in den Textilien nicht nur ein Giftstoff, den man dann für alles verantwortlich machen könnte. Dies ergibt sich bereits aus den unterschiedlichen Arbeitsgängen bei der Herstellung der Baumwollstoffe.

90% der Textilien, die in Europa und auch in Deutschland auf dem Markt sind, werden in sogenannten Billiglohnländern (u.a. Indien, China) angefertigt.  Ein großes Baumwollgebiet befindet sich in Indien. In Indien werden Chemikalien, selbst Pestizide, die in Deutschland längst verboten sind, aber in Indien weiterhin von deutschen Herstellern produziert werden, noch immer verkauft und eingesetzt. Der Umsatz spricht für sich, denn die Gifte werden gekauft. 

Reine Baumwolle – oftmals reine Augenauswischerei 

Der Einsatz der Pestizide

Die Pestizide werden auf den Feldern von arglosen Arbeitern versprüht. In Indien können die meisten Menschen weder lesen noch schreiben, so erübrigen sich Beipackzettel oder Aufkleber mit dem Hinweis: giftig. Schutzkleidung? Was ist das? Die Chemikalien werden von den Arbeitern aus der Dose entnommen und im richtigen Mischverhältnis im Wasser angerührt, dass beim Umfüllen in den Sprühapparat hiervon etwas dem Arbeiter der hochgiftigen Brühe über Schulter und Rücken läuft, wird in Kauf genommen. Die Menschen wissen es nicht anders und sie brauchen ihren Job. Ein Arbeiter erzählt, dass er schon öfters krank war, sogar schon mal zwei Wochen bewusstlos im Krankenhaus gelegen hat, aber der Job ist wichtig, denn der Job sichert das Überleben. Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen durch Vergiftungen von  Pestiziden bereits gestorben sind, denn hierüber gibt es in Indien keine Statistiken. Die Menschen sterben. Zwar gibt es bereits genmanipulierte Baumwolle, gesprüht wird aber dennoch. Die Ernte muss reich ausfallen, denn mit der Ernte steht oder fällt der Arbeitsplatz, und die Auftraggeber aus den EU-Ländern wollen günstige Preise. So zieht das eine das andere nach sich.

Das Bleichen der Baumwolle

Nach der Baumwollernte geht es dann zur Bleiche. Hier wird die Baumwolle wieder mit hochgiftigen Substanzen bearbeitet, nicht nur Chloride als Bleichmittel  kommen reichlich zum Einsatz, sondern auch diverse Weichmacher, schließlich will man  kuschelweiche Baumwolle. Im übrigen ist es das Chlor, was Frau N. unter anderem krank gemacht hat. Und auch hier von Schutzkleidung bei den Arbeitern/innen keine Spur. In den Bleichereien arbeiten oft ganze Familien, auch deren Kinder. Dass die Chemikalien krank machen, wird auch hier in Kauf genommen, man braucht den Job zum Überleben. Zwar ist der Einsatz bestimmter Chemikalien in Deutschland untersagt, Rückstände in den Textilien sind jedoch erlaubt.

Nach dem Bleichen kommen die Stoffe zum Färben.

Die Farbe Schwarz – noch immer die Trend- und Modefarbe Nummer Eins.

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass gerade die Farbe schwarz ein enorm hohes Potenzial an chemischen Zusätzen benötigt, um überhaupt schwarz zu sein. Die Chemikalien sind ebenso aggressiv wie gesundheitsschädlich. Aber auch hier sucht man vergeblich nach Schutzkleidung. So stehen sie mit bloßen Beinen in der giftigen Brühe, länger wie zwei Jahre übersteht dies kein Mensch unbeschadet. Ein Arbeiter berichtet davon, dass ihm bereits an Armen und Beinen die Haare ausgegangen sind und die Haut brennt.  In Deutschland finden wir diese giftigen Stoffe dann wieder in raffinierten Schnitten auf den Laufstegen, man sieht es ihnen nicht an, wie belastet sie tatsächlich sind, denn die Tests zur Prüfung der Stoffe sind freiwillig!

Außerdem wird das Ursprungsland und somit das Herstellungsland oft vertuscht. Die Aufschrift: Designed in Germany, findet man dann in den Bekleidungsetiketten, aber genau das heißt es nun mal, Designed in Germany, nicht Made in Germany. Und Germany, egal ob Made oder designed, lässt sich gut vermarkten, und so genau schaut der Kunde ohnehin nicht hin, oft reicht schon „Germany“ zu erkennen, was tatsächlich dahinter steckt oder was tatsächlich sich für Gifte in diesem hippen Kleidungsstück verbergen, steht nicht auf dem Etikett.

Obwohl die Auftraggeber den Herstellern Auflagen vorschreiben, wird der TÜV Rheinland immer wieder fündig, wenn dann doch einmal Stoffe zur Überprüfung kontrolliert werden. Und geprüft werden kann eben nur das, was auch geprüft werden soll. Hier kann man den Verbrauchern nur eines empfehlen, auf das Prüfsiegel „geprüfte Textilien“ zu achten.

Gerade Pestizide sind hochgradig gesundheitsgefährdend, die Rückstände in der Kleidung können bereits zu toxischen Reaktionen führen, die sich nur sehr schwer nachweisen lassen. Es ist deswegen so schwierig, da Gifte nicht nur in der Kleidung enthalten sind. Und selbst hier gibt es Richtlinien, welche aussagen, wann ein Giftstoff bedenklich ist. Hat man nun derer viele, so kann einzeln betrachtet ein jeder Giftstoff in sich als nicht bedenklich eingestuft werden (wir erinnern uns, dass Rückstände in Deutschland „erlaubt“ sind, selbst wenn die Chemikalie in Deutschland verboten ist), in der Gesamtheit jedoch die Vergiftung ausgelöst haben, was in späteren Jahren durchaus als eine Krebserkrankung zum Ausbruch kommen kann. Hier greift wieder der Spruch des Paracelsus: Die Dosis macht das Gift. Eben weil es schwierig ist, einen Stoff dafür heraus zu filtern, wird es so schwierig, den Verursachern, welche die Gifte zum Einsatz kommen lassen, auch wenn es per Auftrag mit Auflagen herausgeht, für Erkrankungen verantwortlich zu machen. Hier schiebt der eine dem anderen die Verantwortung zu, was jedoch nicht heißt, dass sich auf lange Sicht etwas ändern wird. Und so darf munter weiter Gift in der Kleidung sein, Rückstände, die für Schwindel sorgen, für Unwohlsein, Mattigkeit, Kopfschmerzen, wer kommt da auch auf die Idee, mal seine Kleidung überprüfen zu lassen? Wer kommt hier auf die Idee, dass es sein Arbeitsplatz sein könnte, der krank macht? Wer bringt überhaupt Textilien mit Vergiftungen in Zusammenhang? Doch immer nur dann, wenn es mal wieder thematisiert wurde, oder sich deutliche Ausschläge auf der Haut zeigen, bis zum nächsten Einkauf und hier sind nicht nur Schnäppchen betroffen, auch teure Bekleidung kann davon betroffen sein.

 Frau N. ist im übrigen kein Einzelfall, Betroffene, die ebenfalls über ähnliche Symptome klagen, es vermutlich auch wissen, dass ihr Unwohlsein unmittelbar mit dem Arbeitsplatz zusammenhängt, überlegen es sich zweimal, ob sie es auf eine Prüfung ankommen lassen wollen. Denn in der heutigen Zeit ist der Arbeitsplatz alles. Besonders für Menschen, die für sich alleine ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, wo kein anderer finanzieller Rückhalt geboten ist. Der Verlust des Arbeitsplatzes hätte hier unweigerlich den existentiellen Abstieg zur Folge, und so arbeitet man weiter unter  gesundheitsschädlichen Bedingungen und schweigt. Hier ist Deutschland von Indien gar nicht so weit entfernt, wenn man sich vor Augen hält, wie sich unser Land in den letzten Jahren entwickelt hat. Ob man in diesem Zusammenhang überhaupt von einer Entwicklung sprechen kann, ist fraglich.

Wie Sie sich schützen können:

Achten Sie auf Textilien mit dem Prüfsiegel

Baumwolle aus bkA – biologisch kontrolliertem Anbau

Vermeiden Sie den Kauf von Ware, die Designed in Germany trägt

Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Farben schwarz und orange (Jod behaftet).

Kaufen Sie keine Ware, auf der vermerkt ist, dass Sie das Textil erst waschen sollen! Mit einmal waschen, sind noch längst nicht die Chemikalien herausgewaschen. Kaufen Sie keine sandgestrahlten Jeans, lesen Sie hierzu bitte auch: http://inkota.de/index.php?id=788

 Auch wenn Sie nicht sofort reagieren, die Gifte verfehlen auf Dauer ihre Wirkung nicht! Unsere Haut atmet, und über unsere Haut nehmen wir auch giftige Stoffe auf, Gifte sammeln sich im Körper, besonders Dioxine, diese setzen sich im Fettgewebe ab. Achten Sie in diesem Zusammenhang auch auf Ihre Kosmetik. 

Wir leben in einer Welt der Gifte, das Allerschlimmste jedoch ist, dass es viele Menschen wissen, die Verantwortlichen jedoch nichts unternehmen. Ganz im Gegenteil, sie schauen seelenruhig mit zu, wie sich Lobbyisten eine goldene Nase an der Armut der Menschen verdienen, nicht nur in Indien, auch in Deutschland und europaweit. Schwammige Gesetze machen es möglich. Und leider auch Berichte, die dieses ernsthafte Thema herunterspielen. Bleiben Sie Ihrer Gesundheit zuliebe wachsam.

Bleiben Sie gesund, Ihre Petra Hanse

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Gesundheitsberaterin mit sozialem Engagement
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