Süden

Es ist der Duft, die leichte Meeresbrise, der Sonnenglanz, die kühlen Schatten.

Ich liebe es durch die engen Gassen zu laufen, mit ihren kleinen Läden.

Die große Steintreppe hinauf, zur Festung. Auf der Plattform stehen mehrere Fernrohre. 50 Peseten kostet es, durch eines hindurchzusehen. Ich spare mir das Geld und lasse meinen Blick über das Meer wandern.

Atme die warme salzige Luft, sehe das Meer, wie es in leichten Wellen über den scheinbar endlos weiten, weichen Strand leckt.

Gehe zurück zu der Treppe und gehe sie hinunter. Setze mich auf eine der Steinstufen. Sie ist ganz warm, von der Sonne gewärmt. Ein Erinnerungsfoto entsteht, festgehalten auf Papier, festgehalten in meiner Erinnerung.

Zurück zu den verwinkelten Gassen. Es geht in einer leichten Steigung hinauf. Links und rechts sind die kleinen Boutiquen, Restaurants, Gemüseläden, Metzgereien. Aus einer Bodega klingen Gitarrenklänge. Es duftet nach gegrilltem, nach Rotwein und Schinken. Ich atme die Luft ganz tief, so tief, dass ich bei dieser Erinnerung wieder diesen Duft rieche und schmecke.

Kleider schweben um mich herum, sie hängen an den heruntergelassenen Markisen bis weit in die kleine Gasse hinein.

Das gemütliche Restaurant ist mit runden Tischen ausgestattet. Der Salat mit Olivenöl angereichert.

Alles schmeckt intensiver, riecht intensiver, ist wärmer und freundlicher. Der Kellner bringt Rotwein. Bald darauf stehen auch die gefüllten Teller auf dem Tischchen. Es schmeckt alles nach Süden, Sonne, Strand und Meer.

 Petra Hanse (Lyrikband 2003-2005)

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Gesundheitsberaterin mit sozialem Engagement
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