Wenn das Herz bricht – wenn die Seele krank macht

Gebrochene Herzen, das klingt so nach Kitschroman. Ein gebrochenes Herz ist aber alles andere als Kitsch.

Das sogenannte Broken-Heart-Syndrom gibt es auch auf der Kardiologie. Zwar wird behauptet, dass es sich hier überwiegend um ältere Frauen handelt, Männer seltener davon betroffen sind, dies bezieht sich jedoch lediglich auf die bekannten Fälle, die Fälle, die sich zur Untersuchung in ärztliche Behandlung begeben haben. Es wird in diesem Zusammenhang auch behauptet, dass man an diesem Symptom nicht sterben kann, das ist so allerdings nicht ganz richtig.

Wir alle kennen den Schmerz, der durch Kummer am Herzen verursacht wird. Liebeskummer ist wohl mit der schlimmste Schmerz, den ein Mensch erfahren kann. Und hier ist nicht nur der Liebeskummer zu einem Partner oder Partnerin gemeint, sondern auch der Schmerz, der ans Herz geht, wenn man sich nicht geliebt fühlt, sich nicht so angenommen fühlt, wie man es sich wünscht. Hier geht es wiederum nicht „nur“ um ein Gefühl, sondern oftmals ist es in der Tat so, dass dieses Empfinden des sich nicht geliebt Fühlens auch seine Berechtigung hat. In der Psychologie spricht man hier auch vom ungeliebten Kind. Dieses Thema führt jedoch im Zusammenhang mit dem Broken-Heart- Syndrom zu weit und bedarf eines gesonderten Artikels.

Wenn es ans Herz geht, wenn Gefühle Schmerzen verursachen, dann ist das nicht ins Lächerliche zu ziehen, sondern wenn das Herz weh tut, dann ist dies ein ernstzunehmender Zustand. Übrigens ist das Herz das einzige Organ, welches nicht vom Krebs befallen wird, wussten Sie das?

Das Broken-Heart-Syndrom macht sich bemerkbar wie ein Herzinfarkt, und dies wiederum ist auch der Grund, warum sich gerade ältere Menschen bei solchen Symptomen in ärztliche Behandlung begeben. Oftmals geschieht dies nach dem Tod eines geliebten Menschen, aber auch bei Trennung.

Meine Oma zum Beispiel ist daran gestorben. Es gibt auch Menschen, die an Einsamkeit sterben. Hier handelt es sich in der Regel um einen Herzinfarkt oder einen plötzlichen Herzstillstand, ausgelöst durch Kummer. Kummer wird wiederum durch unsere Gedanken manifestiert und überträgt sich über das vegetative Nervensystem so auf unsere inneren Organe.

Unsere heutige Zeit ist noch immer sehr auf den Körper fixiert. Wenn ein Mensch „nur“ über Herzschmerzen klagt, organisch jedoch kein Befund ermittelt werden kann, wird dies oft belächelt. Der Mensch besteht jedoch nicht nur aus Körper, der Körper ist die letzte Instanz, die uns zeigt, wo es wirklich weh tut, und dies wiederum wird über unser Herz sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Auch wenn organisch (noch) nichts festzustellen ist, so ist der Schmerz da, meist noch mit Atemnot verbunden, hier wird einem nicht nur sprichwörtlich die Luft weggeschnürt.

Der Ausspruch: Ich brauche dich wie die Luft zum Atmen, ist nicht kitschig, sondern hängt ganz eng mit körperlichen Symptomen zusammen, die auftreten können (nicht müssen), wenn es dann zu einer Trennung kommt und hier wiederum oftmals im Zusammenhang mit Herzschmerzen auftreten.

Wenn die Seele krank macht, dann reagiert der Körper. Nun behaupten manche Menschen, dass es keine Seele gibt, verbeißen wir uns nicht an Worten, die etwas zum Ausdruck bringen sollen, wofür die Menschheit scheinbar keinen Ausdruck gefunden hat, sondern erkennen wir einfach, dass der Mensch nicht nur Körper ist. Bleiben wir somit bei dem Wort „Seele“. Denn dieses Innere, unsere Seele, unsere Fähigkeit zu fühlen, ist zweifelsohne vorhanden und ganz eng mit unserem Körper verbunden, was uns als Mensch erst ausmacht. Unsere „Seele“ ist das, was uns von einer Maschine unterscheidet. Und unsere Seele ist es auch, die uns krank macht. Es ist erst ein Impuls, der ein Gefühl auslöst, dieser Impuls wird blitzartig über das vegetative Nervensystem an unseren Körper weitergeleitet, dann setzen oft erst die Gedanken ein. Manchmal reagiert der Körper nur mit Symptomen, welche sich auf einem medizinischen Gerät einfach nicht sichtbar machen lassen, dennoch für Schmerzen sorgt, und dies ist das Fatale an der Gerätemedizin. Was nicht sichtbar ist, ist nicht vorhanden. Dem Himmel sei Dank gibt es heute bereits sehr viele Ärzte, die längst wissen, dass es nicht immer zu erkennen ist, und dennoch ein Mensch krank ist und leidet.

Wird ein Herzfehler dann doch diagnostiziert, der sich nämlich durchaus entwickeln kann, oft erst Jahre später, so dass man das Erlebte gar nicht mehr damit in Zusammenhang bringen kann, erst dann werden die Symptome behandelbar, die Symptome, nicht jedoch die Ursache, die sehr viel früher eintrat und überhaupt erst zur körperlichen Erkrankung führte.

Ein Mensch, der in seinem Leben sehr viele Schicksalsschläge, welche ans Herz gingen, erlitten hat, kann über kurz oder lang an einer ernsthaften Erkrankung des Herzens zu leiden beginnen. Erschütterungen durch Verluste, einen geliebten Menschen oder mehrere, Verlust des Arbeitsplatzes, hier wird Existenzangst ausgelöst, aber auch permanenter Stress können zum Broken-Heart-Syndrom führen, ist auch meist der Auslöser für Bluthochdruck und kann bis hin zu einem tatsächlichen Herzinfarkt oder gar Herzstillstand führen. Fälschlicherweise wird behauptet, dass sich jüngere Menschen schneller wieder erholen, eines ist jedoch sicher: Ein einschneidendes Erlebnis hinterlässt Narben und prägt das weitere Leben.

Eine Pille gegen Liebeskummer, gegen verletzte Gefühle in jeglicher Hinsicht, gibt es nicht. Hier kann nur eines helfen, der liebevolle Umgang mit sich selbst, und dies wiederum wurde dem Menschen schon fast abtrainiert, durch das permanente, medikamentöse Eingreifen, um die Maschine Mensch wieder funktionsfähig zu machen. Hierzu gehört jedoch in erster Linie einem Menschen die Zeit, sich zu regenerieren, Zeit, um sich Heilen zu lassen…die Zeit heilt nicht alle Wunden, aber alles braucht seine Zeit.

Vielen Dank für Ihr Interesse

Ihre

Petra Hanse

Verfasst von: admin am März 6, 2011

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Gesundheitsberaterin mit sozialem Engagement
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One Response to Wenn das Herz bricht – wenn die Seele krank macht

  1. Sabine Busch says:

    Geehrte Frau Hanse,
    Ihr Artikel hat mich sehr berührt…
    Zwei mal hat mich das Tako-Tsubo-Syndrom innerhalb eines Jahres (Mai2012 und Juni 2013) heimgesucht,beide Male begleitet von Herzstillstand,Reanimation,Durchgangssyndrom und purer Angst…
    Jedes Mal bekam ich einen Stent implantiert,weil mein Herz sich so verkrampfte,das die jeweils betroffenen Koronararterie nicht durchgängig war…
    Zum Glück arbeite ich in einem Krankenhaus,sonst wäre ich heute nicht mehr da,und zum Glück ist mein behandelnder Arzt ein sehr aufgeschlossener Internist,der die Zusammenhänge zwischen Körper und Seele nicht als Humbug abtut…
    Ich kann nur jedem Menschen raten,sich nicht alles “so zu Herzen zu nehmen”…
    In Ihrem Artikel erkenne ich mich wieder,das macht mir Gänsehaut..
    Ich danke Ihnen sehr dafür.

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