Zitrusfrüchte & Co. Alles gesund?

In unseren Lebensmittelläden schwappt einem häufig das Wort BIO entgegen. Viele Menschen schauen bereits gar nicht mehr hin, weil eben auch nicht immer Bio drin ist, wo Bio drauf steht.

Der Verbraucher ist verunsichert, was ist dran am Bio?  -gilt es heute und hier in diesem Artikel jedoch nicht zu beurteilen. Heute geht es darum, das Obst mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, oder sagen wir besser: Das was so auf dem Obst zu finden ist und warum Sie gerade bei folgenden Angeboten besser zu Bio greifen sollten.

Schimmelbefall ist noch immer die Nummer eins  im Zusammenhang mit ungenießbaren Lebensmitteln. Um diesem Schimmel Herr zu werden sagt man umgangssprachlich: Das ist gespritzt, oder: Das ist gewachst.

Was aber verbirgt sich genau unter dem „Schutz“ für Obst wenn gewachst wurde? Das Wachs alleine ist es nicht welcher den Schimmel fern halten soll, hier spielen noch bestimmte Chemikalien eine wichtige Rolle.

Auf dieses Thema kam ich, weil mir unlängst die Frage in den Sinn kam, warum trockenen manche Zitronen aus, die anderen aber setzen Schimmel an? Warum ist das so?

Die eine Sorte ist behandelt, die andere ist unbehandelt. So einfach ist diese Frage erst einmal zu beantworten. Damit wollte ich mich nicht zufrieden geben, denn man denkt als Verbraucher meist, dass das alles schon so seine Richtigkeit haben wird, wenn bestimmtes Obst und Gemüse behandelt auf den Markt kommt.  Ich wollte es aber genau wissen.

So ist im Handbuch der Versicherungswirtschaft – Containertransporte von Südfrüchten,  folgendes zu lesen:

  Schäden durch Schimmel und Bakterien
Bei Bananen und Ananas werden die Schnittstellen mit einer fungiziden Paste gegen Schimmelpilz behandelt. Bei Zitrusfrüchten sind Grün- und Blauschimmel gefürchtet: Nach dem Waschen, ggf. Schönen (Farbbad) und Wachsen werden sie daher mit
Fungizidenbehandelt, wie Diphenyl, Orthophenylphenol (OPP) und Thiabenzol (TBZ). Wegen Geschmacksbeeinträchtigung der Schale unterliegen sie der Kennzeichnungspflicht. Weintrauben werden leicht mit dem Grauschimmel (grey-mould rot) befallen. Kernobst wird von verschiedenen Fäulen befallen, z. B. Grünfäule (Äpfel, Birnen), Braunfäule (Äpfel), Graufäule (Birnen).

Mal unter uns: Haben sie schon einmal im Supermarkt eine dieser Kennzeichnungen gesehen?  Sie haben lediglich die Wahl zwischen Bio und nicht-Bio, also behandelter Ware und unbehandelter Ware. Man hat also als Verbraucher die Wahl. Viele Verbraucher greifen zu den behandelten Lebensmitteln, weil sie meinen, dass das schon alles nicht so schlimm sein wird, denn diejenigen welche das auf den Markt legen, werden schon wissen was sie tun. Über Folgeschäden macht man sich kaum noch Gedanken, wir leben ja mittlerweile mit den Giften.

Ob Sie nach den folgenden Erläuterungen auch noch so denken, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Oder wissen Sie was es mit diesen benannten Chemikalien auf sich hat?

Nehmen wir doch mal die oben Aufgeführten:

E230

 Dyphenil (auch Diphenyl, Phenylbenzol und Dibenzol)  hemmt das Schimmelpilzwachstum und wirkt daher als Fungizid (Pilztötend) oder Konservierungsmittel für Lebensmittel, hat jedoch in der EU keine Zulassung mehr.

Verwendung und Herstellung Verwendung und Herstellung : Dyphenilwurde in der Vergangenheit als Konservierungsmittel (Lebenmittelzusatzstoff E 230, oft in Kombination mit E231, E232, E233 und Imazalil lesen Sie bitte hier:  http://de.wikipedia.org/wiki/Imazalil) auf die Schalen von Zitrusfrüchten aufgebracht, weil es das Wachstum von Schimmelpilzen hemmt. Die dergestalt behandelten Schalen sind jedoch nicht mehr zum Verzehr geeignet. Der Wirkstoff Biphenyl (früher: Diphenyl) ist 2005 in der EU aus der Liste der zulässigen Oberflächenbehandlungsmittel gestrichen worden.

Wegen seiner Wirkungen kann es auch als Schädlingbekämpfungsmittel verwendet werden, allerdings ist eine solche Verwendung in der EU nicht zulässig (keine Aufnahme in Anhang I der Richtlinie EU 91/414)). Außerdem wird Biphenyl zur Herstellung von pharmazeutischen Produkten und Polychlorierten Biphenylen benötigt.

Zusätzlich dient es als Färbebeschleuniger bei der Chemiefaserfärbung und zur Herstellung von Desinfektionsmitteln.

Gefahren:  Biphenyl wirkt reizend auf die Haut, Augen und Atemwege und ist umweltgefährdend. Biphenyl ist wassergefährdend (WGK 2) und steht unter dem Verdacht, Krebs zu erzeugen

(Quelle: Wikipedia  http://de.wikipedia.org/wiki/Diphenyl)

 

 

E231

Orthophenylphenol ist ein Konservierungsstoff  der synthetisch hergestellt wird und auch bei Zitrusfrüchten zum Einsatz vor Schimmelbefall eingesetzt wird.

Gemäß der Richtlinie 2003/114/EG  gehört 2-Phenylphenol (Orthophenylphenol und Natriumorthophenylphenol) künftig nicht mehr zu den Lebensmittelzusatzstoffen sondern wird den gesetzlichen Regelungen zu Pflanzenschutzmitteln unterworfen. Dafür muss der Konservierungsstoff jedoch zunächst als Pflanzenschutzmittel zugelassen werden. Da Natriumorthophenylphenolat weiterhin zur Behandlung der Oberflächen von Zitrusfrüchten eingesetzt werden darf und Verbraucher darüber informiert werden müssen, wird es zudem auch in Zukunft eine Kennzeichnung des Stoffes geben. Die gesetzlichen Regelungen für diese Kennzeichnung wurden bisher jedoch weder von der Europäischen Kommission noch von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union erlassen. Bis diese gesetzliche Lücke geschlossen ist, bleibt 2-Phenylphenol als Lebensmittelzusatzstoff E231 und E232 zugelassen und wird entsprechend gekennzeichnet.

Zusätzlich dient es als Färbebeschleuniger bei der Chemiefaserfärbung und zur Herstellung von Desinfektionsmitteln (Quelle: Wikipedia)

Hinweise für den Umgang:  In Einzelfällen ist Orthophenylphenol bei Hautkontakt allergieauslösend. Von einem Verzehr der Schalen behandelter Früchte wird abgeraten. Desweiteren kann der Stoff für Allergiker bedenklich sein.

Er ist auch in Kosmetika zugelassen, da er kennzeichnungspflichtig ist, achten Sie bitte auf die E- Nummer.

E232

 Natriumorthophenylphenolat sowie die vorgenannten Substanzen werden gegen Pilzbefall bei Zirusfrüchten und deren Verpackung angewendet. Nach Berührung der Schalen bitte unbedingt Hände waschen! Schalen die solchen Substanzen behandelt wurden nicht zum backen verwenden

  • In Tierversuchen führten diese Substanzen zu: Wachstumsstörungen, Nierenschäden, Blasenkrebs und verminderter Fruchtbarkeit.   
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Thiabendazol(TBZ) ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzimidazole, der als Fungizid, sowie als Wurmmittel verwendet wird. Thiabendazol wurde 1964 von Merck, Sharp & Dohme eingeführt.

Die Substanz wird ebenfalls als systemisches Fungizid eingesetzt. In Deutschland und Österreich ist Thiabendazol derzeit lediglich als Wirkstoff in Wundverschlussmitteln für Bäume zugelassen. […]

Lebensmittelzusatzstoff

Thiabendazol wurde 1998 aus der Liste der Zusatzstoffe gestrichen und wird seither als Fungizid geführt. Dadurch wurde aus der E-Nummer 233 die INS-Nummer 233. Am Einsatz ändert sich dadurch nichts: es wird den Wachsen beigemischt, mit denen die Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen behandelt werden. Hier soll es die Bildung von Schimmelpilzen verhindern. Für Zitrusfrüchte ist der Hinweis “konserviert mit Thiabendazol” vorgeschrieben, nicht jedoch für Bananen, obwohl die Aufnahme vor allem beim Schälen über die Hände erfolgt; häufig wird diese Angabe dennoch freiwillig gemacht. Ferner darf Thiabendazol in äußerst geringen Konzentrationen in Fruchtsäften enthalten sein.

In Deutschland dürfen auf und in Zitrusfrüchten maximal 6 mg Thiabendazol pro Kilogramm Lebensmittel enthalten sein, auf und in Bananen maximal 3 mg·kg−1. In Fruchtsäften darf der Gehalt 0,01 mg·kg−1 nicht übersteigen.

Die Tabakverordnung erlaubt die Konservierung von Tabakfolie mit Thiabendazol.

Tiermedizin:  In der Tiermeidzin ist Thiabendazol ein häufig verwendetes Wurmmittel, das vor allem gegen Nematoden eingesetzt wird. Es wird oral verabreicht. Der Wirkungsmechanismus ist noch nicht endgültig geklärt
Toxikologie: Die mittlere LD0 beim Rind beträgt 700 mg·kg−1 Körpergewicht, beim Schaf 1200 mg·kg−1Körpergewicht bei oraler Verabreichung. Bei ähnlich hohen Dosierungen wurden bei Hunden teilweise schwere Leber- und Nierenschäden und Todesfälle beobachtet. Symptome einer Vergiftung mit Thiabendazol können Herzrasen, Inkoordination, Ataxie, starker Speichelfluss und Durchfall sein.

Insgesamt ist die akute Toxizität von Thiabendazol laut Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (Anmerkung der Autorin: hierfür gibt es keine Quellenangabe mehr) aber gering. Es gibt keine Hinweise auf eine krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Wirkung beim Menschen.

Nun stellt sich mir nach meiner Recherchereise die Frage, wie kann es sein, dass bestimmte Substanzen offensichtlich nicht mehr zugelassen sind, diese aber dennoch weiter im Einsatz sind, weil u.a. gewisse Gesetze hierfür noch nicht bearbeitet wurden?

Warum werden im Vergleich Tierversuche genannt, im Gegenzug jedoch die Toxidität bei dem Menschen herunter gespielt?

Es ist bekannt, wie Paracelsus bereits sagte (dieser bezog sich jedoch auf die Naturmedizin): Die Dosis macht das Gift. Und eben hier liegt der Knackpunkt: Bei Substanzen aus der Natur kann man sich weitestgehend sicher sein, dass diese vom Körper abgebaut werden, bzw. ausgeschieden.  Bei unseren heutigen Chemikalien, welchen wir uns permanent gegenüber ausgesetzt sehen, nicht.

Und ein weiterer Faktor wäre hier ebenfalls erwähnt: Auch ein sich ständiges, wenn auch „nur“ in geringem Maße sich täglich durch denaturierte Lebensmittel, pardon, Nahrungsmittel zu ernähren, folgt die Mangelernährung die Folgen dessen sind unsere vielzähligen  sogenannten Zivilisationskrankheiten. Benötigen wir dann auch noch diese vielen Gifte?

Leider konnte ich auf meiner Recherchereise keine Antwort auf die Frage finden, ob und wie sich diese Gifte im Körper verhalten.

Eine weitere Frage die sich mir stellt: Warum werden diese Stoffe  im Handbuch der Versicherungswirtschaft – Containertransporte von Südfrüchten (übrigens handelt es sich hier um die Neuauflage) so angegeben als wären sie noch erlaubt?

Mein Rat an Sie: Greifen Sie hier bei den genannten Lebensmitteln besser zu Bio. Achten Sie  gerade bei Zitrusfrüchten auf den Hinweis, dass die Schale zum Verzehr geeignet ist. 100% ausschließen kann man es leider nicht, dass alles wo Bio drauf steht auch Bio drin ist, hier muss der Verbraucher vertrauen. 

Es gibt leider überall schwarze Schafe, aber bevor Sie es riskieren zu 100% Gifte zu kaufen, sollten Sie eine minimale Gefahr besser mit einkalkulieren und hier an Ihre Gesunheit denken. Was jedoch in Bezug auf das “normale Obst und Zitrusfrüchte” angesichts der irreführenden Gesetzeslage schwer fallen dürfte. Der Griff zum gesünderen bleibt jedoch jedem selbst überlassen.

Bleiben Sie gesund

Ihre Petra Hanse

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Gesundheitsberaterin mit sozialem Engagement
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