Das Spiel der Kosmetikindustrie mit unserer Gesundheit

Verfasst von: Petra Hanse November 27, 2010 

und leider noch immer aktuell…

 27.11.10

Körperpflege ist so selbstverständlich wie das täglich Brot. Und wie in der Lebensmittelindustrie, so gaukelt uns auch die Kosmetikindustrie mit schönen Bildern Gesundheit, Glück und Wohlbefinden vor.

In Werbefilmen umhüllt uns Vogelgesang, frisches Wasser sprudelt hell aus einer Quelle, Blüten und viel frisches Grün suggerieren uns Natur pur. Golden fließt Öl aus einem Glaskrug in eine kleinere Glasschüssel, in welcher sich außer der wertvollen Öle noch weitere Blüten befinden. Ein Bild der Frische, des gerade erst erblühten Frühlings, was wiederum Jugendlichkeit verspricht.  Der Mensch ist eben doch überwiegend visuell gesteuert, und das weiß eben auch die Kosmetikindustrie zu nutzen.

Was die Werbung jedoch verschweigt ist, dass sich kaum Natur in diesen Cremes und Lotionen befindet. Die Produkte bestehen überwiegend aus synthetisierten Stoffen und Chemikalien, nicht zuletzt die zugesetzten Duftsstoffe, die meisten dieser Stoffe sind toxischer (giftiger) Natur. Dies ist in Fachkreisen auch bekannt, dennoch wird munter weiter in die chemische Trickkiste gegriffen, und uns wird als Natur verkauft, was eigentlich hochgradig gesundheitsgefährdend ist.

Unsere Haut ist unser größtes Organ. Sie atmet nicht nur und versorgt uns mit Sauerstoff, sie ist auch eines unserer Reinigungsorgane. Über die Haut werden auch Giftstoffe aus dem Körper ausgeleitet (was auch Aufgabe unserer Nieren und unseres Darms ist), im Gegenzug können wir ihr durch die richtige Pflege Vitamine und Mineralsstoffe zuführen, denn über die Poren atmet sie nicht nur, sondern nimmt auch Nährstoffe auf. Um so wichtiger ist es, sich einmal mit den tatsächlichen Inhaltsstoffen zu befassen, was da tagtäglich Tonnenweise auf die Haut geschmiert wird, grenzt schon an Körperverletzung. Bereits nach 15 Minuten nach Hautkontakt können bereits die toxischen Stoffe im Blut nachgewiesen werden.

Es betrifft übrigens nicht nur die Billigprodukte, es betrifft auch die teuren, mitunter als Luxuspflegeartikel bezeichneten Produkte, nicht einmal die Kosmetika von Naturkosmetikherstellern ist vollständig frei davon.

Ein besonders beliebter Stoff ist das Petroleum-Derivat Paraffinum, auch bekannt als Petrolatum, mineral oil, cera microcristallina, ceresin, silicone quaternium, oder ozokerit. Bleiben wir einmal bei dem Begriff Mineral Öl. Bei diesem Öl handelt es sich um ein Öl, welches sich zum Schmieren von Maschinen eignet, für unsere Haut ist es jedoch gänzlich ungeeignet, da es die Poren verstopft und die Haut so am Atmen hindert. Oder würden sie freiwillig in der Garage ihres Mannes in den nächstbesten Schmieröl Topf greifen, um sich damit zu pflegen? Warum tun Sie es dann? Nur weil das Schmieröl sich hinter einer hübschen und teuren Verpackung versteckt?

Dieses Öl wird nicht nur in Cremes und Lotionen verwendet, sondern kommt in fast allen Hygieneartikeln vor. Es gaukelt, aufgrund seiner seidenweichen Konsistenz im ersten Moment genau diesen Effekt auf der Haut vor, allerdings nur mit dem Ergebnis, dass die Haut dadurch austrocknet, alles andere als weich und jugendlich frisch bleibt und schon nach wenigen Anwendungen nach mehr verlangt. Dies hat zur Folge, dass mehr und mehr geschmiert wird, mit eben dem Erfolg, genau das Gegenteil zu erreichen.

Selbst in Babyölen findet es sich wieder, verwenden Sie zur Babypflege nur kaltgepresste, reine Pflanzenöle wie: süßes Mandelöl, Aprikosenkernöl oder Arganöl- wobei letzteres eines der teuersten Pflanzenöle ist.

Erinnern Sie sich noch an Jean Pütz? Damals schien die Hälfte der Bevölkerung in einen reinen Rührwahn von selbsthergestellter Kosmetik verfallen zu sein. Es war „in“, sich seine Kosmetik selbst anzurühren, einen kleinen Schönheitsfehler gab es hier jedoch: Auch Jean Pütz griff in die Trickkiste der chemischen Hilfsmittelchen, von reiner Natur konnte hier also auch nicht die Rede sein. Vielleicht ebbte auf Grund dieser Tatsache die Lust am Selbstrühren bald wieder ab.

Das gefährliche an diesen toxischen Stoffen ist, dass sie sich im Gewebe anlagern. Wer sich nun kontinuierlich solcher Giftmischungen aussetzt, wird somit auch das Risiko herausfordern, an Krebs zu erkranken, spätestens dann, wenn man sich obendrein noch genauso mit Lebensmitteln vergiftet, in welchen ebenfalls Stoffe enthalten sind, die eine Vergiftung unterstützen. Um an Krebs zu erkranken, müssen viele Komponenten aufeinander treffen, wie Paracelsus so treffend bemerkte: Die Dosis macht das Gift.

Und in diesem Zusammenhang der Aufklärung möchte ich Ihnen auch nicht die im Jahr 2007 in Kraft eingetretene EU-Verordnung (EG Nr.1924/2006)  vorenthalten. In dieser Verordnung wird ziemlich genau definiert, wie man etwas zu benennen hat, das heißt nicht für bessere Aufklärung sorgen zu dürfen, sondern hier wird man in seiner Aufklärungsarbeit eher sehr stark behindert. Es darf z.B. nicht „krebserregend“ bezeichnet werden, wenn man nicht die genaue Quellenangaben dazu nennen kann, und dann muss diese Quellenangabe auch noch aus der Zeit vor Inkrafttreten dieser Verordnung geschrieben worden sein. Um keine Abmahnung zu erhalten, werden deshalb oft Definitionen in „belastend“ oder „sehr belastend“ umbenannt. Um es kurz zu machen: Man darf nicht mehr schreiben, was man gerne schreiben möchte. Dies ist im eigentlichen Sinn (wenn man sich bemüht diese Verordnung als sinnig zu betrachten) der Verordnung völlig vorbei, für eine tatsächliche Aufklärung sorgen zu dürfen. Diese Art der Aufklärung wird wieder nur denjenigen vorbehalten, die sich auch ausweisen können, um solche Äußerungen wie eben z.B. „krebserregend“ schreiben zu dürfen.

Tut man es doch,  ruft dies sogenannte Abmahnhaie auf den Plan, welche im Rahmen des Deutschen Abmahn(un)wesens nichts besseres zu tun haben um solche „Fehltritte“ zur Anzeige zu bringen. Es gab einmal Zeiten, da durfte man Roß und Reiter noch beim Namen nennen, dank solcher Verordnungen ist die klare und deutliche Sprache jedoch nicht mehr erwünscht, und deswegen werden Aufklärungsarbeiten auch immer mehr zur Wortjongliererei, oftmals unverständlich für den Verbraucher.

Fazit aus diesen Warnungen heraus wäre: Kochen Sie selbst, verzichten Sie auf Fertiggerichte und rühren Sie sich Ihre Kosmetik selbst an. Das ist nicht nur wesentlich gesünder, sondern es rechnet sich auch und unserer Gesundheit zu liebe sollten wir wirklich anfangen umzudenken. Man kann für sich im Kleinen schon sehr viel zum Erhalt der Umwelt beitragen, was wiederum der eigenen Gesundheit nützlich ist, man muss nur den Willen haben die Zusammenhänge zu begreifen.

Abschließend möchte ich mich noch ganz speziell an Sie liebe Leserinnen wenden:

Sollten Sie sich bereits in einem Alter befinden, wo die Haut langsam anfängt zu altern, und dies bleibt nun mal nicht aus, dann stehen Sie zu sich und jeder Falte, die sich da beginnt zu zeigen, und fragen Sie sich mal ernsthaft, ob Sie in Ihrem Alter, was ja auch von Reife zeugt, es nötig haben, sich mit jungen Frauen zu vergleichen. Müssen Sie nicht. Denn dieser Jugendwahn ist menschenverachtend, und Menschen werden älter, stehen Sie dazu und pflegen Sie sich gesund, laufen Sie nicht einem Bild nach, dass uns von den Medien und der Werbung vorgegeben wird, diese Bilder stehen in keinster Weise zur Realität, sondern wollen nur eines: Sie verunsichern und Ihnen viel Geld für etwas  aus den Rippen leiern, was Sie schlußendlich nur schneller alt werden lässt. Ein Mensch, der sich selbst liebt, strahlt von sich aus, und immer mehr Frauen erkennen das auch, was im übrigen ihre Männer, die sie lieben, schon längst wissen!

Bleiben Sie gesund

Ihre

Petra Hanse

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Gesundheitsberaterin mit sozialem Engagement
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