Aus der Naturheilkunde: Ginseng

Im alten China war es die Aufgabe der Ärzte und Heilkundigen, ihre Patienten gesund zu erhalten. Sie hatten für das Wohlbefinden zu sorgen, bevor Krankheiten entstehen. In der traditionellen asiatischen Medizin gilt es das Qi (gesprochen Chi) im Fluss zu halten. Die Sache mit dem Qi, der Lebensenergie, ist eine sehr komplexe Geschichte, bezieht sie sich doch auf das gesamte Leben. Sie findet Anwendung  im Inneren und kann ebenso auch durch äußere Einflüsse (Feng Shui) begünstigt werden. Hier sollte man sich mit den Hintergründen der asiatischen Medizin befassen um deren Prinzip auch verstehen zu können.

In unserer heutigen Zeit werden immer wieder asiatische Wunderkräuter und Wundermittel hoch gejubelt und teuer vermarktet. Aber auch hier gilt, wie in allen Bereichen der verschiedenen Kulturen sich auch mit der Kultur an sich zu beschäftigen. Denn in jedem Heilwesen steckt auch ein Hintergrund, dieser ermöglicht es, Einblicke in unser Inneres zu bekommen, sowie die Psychologie des Heilens mit ein zu beziehen. Dies ist leider in unserer Welt bereits am aussterben, da sich die meisten Menschen nur noch auf die kalte wissenschaftliche Medizin verlassen. Dennoch gibt es auch hier mittlerweile Fortschritte zu beobachten, denn auch der wissenschaftlichen Medizin ist aufgefallen dass Körper und Geist ein untrennbares Miteinander darstellt. Wissen alleine reicht nicht aus, der Glaube hat sehr viel mit Heilung zu tun, ob man es in unserer westlichen Welt wieder entdeckt hat um nun mit anderen Methoden, welche ebenfalls überwiegend aus der asiatischen Welt stammen, Geld zu machen, sei nicht ganz von der Hand zu weisen.

Zum Gesamtwohl körperlicher Natur gehören hier auch die Ernährung und auch das Wissen verschiedener Heilpflanzen. Der Ginseng gehört zweifelsohne dazu. Jedoch ist Ginseng kein Mittel gegen bestimmte Leiden, sondern vielmehr eine Art präventiv Maßnahme für Gesunde.

Dennoch steht fest, dass die Ginsengwurzel eine Stoffwechselwirkung im Sinne einer unspezifischen Reizkörpertherapie besitzt. Wer regelmäßig Ginseng zu sich nimmt, kann sich so vor Krankheiten schützen, da Ginseng die Abwehrkräfte stärkt. Dadurch wird die Anpassung an Stresssituationen und/oder erhöhter Anforderungen verbessert. Die Abwehrbereitschaft gegen Krankheitserreger wird ebenso mobilisiert wie bei bestehender Erkrankung der Genesungsvorgang beschleunigt wird. Man kann dem Ginseng hier schon fast eine Tonisierende (Stärkung) Wirkung zusprechen, da die Wirkung mit einer zentralen Stimulierung einhergeht. Besonders ältere Menschen profitieren davon. So konnte man beobachten dass durch die Einnahme eine Stimmungsaufhellende Wirkung erzielt wurde, Ginseng hilft demnach auch bei leichten Depressionen. 

Die Wirkung auf Herz und Kreislauf wurde jedoch nicht spezifisch nachgewiesen, ebenso wenig die Wirkung bei Impotenz.

Beheimatet ist der Ginseng in den Urwäldern Nordkoreas, der Mandschurei und des pazifischen Küstengebietes. Der botanische Name der Ginsengpflanze Panax ginseng beinhaltet die Wertschätzung welche man ihr in ihrer Heimat entgegenbringt. Pan (gr) = alles, akomai (gr) = ich heile, ginseng (chin) = Menschenwurzel.

Die „echte“ Ginsengwurzel wird nach 6-8 Jahren geerntet, anschließend wird sie an der Luft getrocknet. Da das Angebot die hohe Nachfrage nicht abdecken konnte, die Preise stiegen ins phantastische und waren unbezahlbar, begann man den Ginseng zu kultivieren. Ginseng zu ziehen ist sehr schwierig, er benötigt sehr viel Pflege und sehr viel Zeit bis er geerntet werden kann. Sehr gute Ergebnisse erhält man aus Kulturen aus der koreanischen Provinz Kumsan.

Die Wirkung der reinen Wurzel entfaltet sich am besten mit Zugabe von Vitaminen, hier sollte auf die Kombination geachtet werden, wenn man Ginseng in Rohform als Kur anwenden möchte. Der Apotheker M. Pahlow empfiehlt hier eher zu Ginseng Präparaten, da hier die Kombination von Wurzel und Vitaminen bereits richtig im Verhältnis stehen. Er merkt hier an, dass bei Einnahme pharmazeutischer Dosen keine Nebenwirkungen zu befürchten sind, wenn man sich an die Dosierungsempfehlung hält. Ansonsten kann es, wenn auch sehr selten, zu Blutdruckanstieg kommen. Denn auch hier gilt, wie bei allem der weise Satz des Paracelsus: Die Dosis macht das Gift.

Wer  die Ginsengwurzel pur und in Form einer Kur anwenden möchte, dies sei empfohlen, sollte diese 100 Tage lang anwenden.  Nehmen Sie hierfür 1 Gramm Ginseng täglich zu sich, bei erhöhten Belastungen, seelisch wie körperlich, können Sie die Dosis auf maximal 2 Gramm erhöhen. Verwenden Sie getrocknete Ginsengwurzel und speicheln Sie diese gut ein. Dadurch erhöht sich die Vitaminaufnahme im Körper.

Bleiben Sie gesund

Ihre Petra Hanse

About admin

Gesundheitsberaterin mit sozialem Engagement
This entry was posted in Gesundheit & Naturheilkunde and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

2 Responses to Aus der Naturheilkunde: Ginseng

  1. steffen says:

    eine der faszinierendsten Heilpflanzen. Für Gartenfreunde nur leider ein reglrechtes Geduldsspiel, falls man plant ihn selbst anzupflanzen, der sollte nämlich schon etwa 6 Jahre alt sein, erst dann hat er seine volle Wirkung.
    Etwas zumindest ähnlich gutes, ist das Gynostemma pentaphyllum, Jiaogulan, von den Inhaltsstoffen sehr sehr ähnlich und ganz einfach und schnell zu kultivieren.

    Grüße
    Steffen

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>